Das Rohatsu Sesshin im To Gen Ji zu erleben war eine tiefgreifende Erfahrung, die meinen Entschluss, den Buddha – Weg zu folgen, bekräftigte.
Diese intensive Übungszeit war begleitet von Liebe, Mitgefühl, Vertrauen und aufmunternden Worten unseres Zen-Lehrers Christoph REI HO Hatlapa. Am Ende des Sesshins erhielt ich im Rahmen einer formellen, feierlichen Laienordinationszeremonie den Namen HO CHI. Dieser Name wird mich stets an die Bodenständigkeit, Kraft, Geduld, Ausdauer und die Geste der Erdberührung erinnern. Jeder Schritt, jeder Atemzug – ein Liebesbrief an die Erde.
Voller Demut und Dankbarkeit freue ich mich auf das gemeinsame Sitzen, Schweigen, Zusammenwachsen und ins Tun kommen mit der Sangha in Kô Getsu An.
Während des Zen Tag Offene Weite hat eines unserer Sangha Mitglieder Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha genommen. Wir freuen uns über diesen Schritt und das Bekenntnis zur gemeinsamen Praxis. In einer bewegenden Zeremonie hat Manfred M. Zuflucht genommen und die ersten fünf Silas/Gebote/Kai erhalten. In ihrem Teisho betonte Johanna Ho Ka, dass diese nicht als strikte Regeln zu verstehen seien, sondern uns als Leitlinien und Orietierung dienen können. Sie verglich die Silas mit unserem Tun im Garten, in dem die Arbeit nie fertig wird und wir auch keinen „perfekten“ Zustand erreichen, was immer wir uns auch darunter vorstellen mögen. Es geht um unser Bemühen und die Ausrichtung auf dem Weg, die die Silas in uns lebendig werden lassen.
Danke an alle, die dabei waren und diesen wunderbaren Tag gestaltet haben.
Nachdem unser Herbstmond Sesshin leider krankheitsbedingt um eine Woche verschoben werden musste, konnte es vom 07.11. – 09.11.2025 doch noch starten. Christoph Rei Ho Hatlapa hatte genau noch dieses eine Wochenende in seinem Terminkalender frei und auch die meisten Teilnehmenden, die sich bereits für den ursprünglich geplanten Termin angemeldet hatten, konnten zu unserer großen Freude, einfach und flexibel umdisponieren.
„Sesshin ist ein Akt der Selbstliebe„, sagt Christoph Rei Ho in seinem ersten Teisho am Samstag, denn „dass wir uns uns selbst zuwenden bedeutet, aufzuhören, vor uns selbst zu flüchten. Selbsterkenntnis und Selbstliebe sind Grundlage, um überhaupt liebesfähig zu sein„.
Es war wieder ein sehr kraftvolles und harmonisches Sesshin, in dem sich jede und jeder, mit der Unterstützung der Sangha, sich selbst zuwenden konnte und darüber hinaus auch die Gelegenheit hatte, Christoph Rei Ho im Dokusan zu begegnen. Auch in Haus und Garten wurde während des Samu wieder eine Menge bewegt und schließlich gilt unser aller Dank natürlich auch dem Tenzo, der uns wieder einmal sehr gut versorgt hat.
Hier könnt Ihr die beiden Teishos von Christoph Rei Ho hören:
Hisamatsu – Das wahre Selbst entdecken.
Diamantsutra – Zeichenlosigkeit und organische Liebe
Zum Ende des Herbst-Sesshin im To Gen Ji in Steyerberg gab es zu unserer großen Freude eine Laienordination für Katja Ho Jiki sowie eine weitere Mönchsordination durch Christoph Rei Ho Hatlapa.
Katja unterstützt die Zen Übung im Kô Getsu An bereits seit vielen Jahren mit ihrer Präsenz und ihrem Engagement. Mit dem Tragen des Rakusu und ihrem Dharma-Namen „Ho Jiki“ setzt sie nun auch ein äußerliches Zeichen für die Sangha.
Hier einige Worte von Katja Ho Jiki:
Nach meiner Zufluchtnahme am 13. November 2022 zu Buddha, Dharma und Sangha durfte ich vergangenen Sonntag im To Gen Ji durch Christoph To Toku Rei Ho Hatlapa im Rahmen einer feierlichen Zeremonie die Laienordination empfangen.
Die Laienordination bedeutet keinen Status oder ähnliches, sondern die bewusste und bestätigende Entscheidung, den Weg Buddhas im Alltag zu leben und diese nach außen zu tragen.
Das Vorlesen der fünf weiteren Silas, der wegweisenden Empfehlungen für Mitgefühl, Achtsamkeit und Weisheit in allen Aspekten des Lebens, war ein sehr berührender Moment, der mir die Bedeutung derer nochmal tief bewusst werden ließ.
In dieser für mich sehr bewegenden Zeremonie habe ich den Namen Ho Jiki erhalten. Ho bedeutet „Gipfel“, für den klaren Blick und das Streben nach Wahrheit und Jiki bedeutet aufrecht, gerade heraus, ehrlich, die Haltung, den Weg ohne Umwege zu gehen, in Offenheit und Wahrhaftigkeit. „Trau Dich“ sagte Christoph.
Dieser Name erinnert mich täglich daran, dass der Zen-Weg kein fernes Ziel ist, sondern sich in jedem Atemzug verwirklicht. In Klarheit, Aufrichtigkeit und der Bereitschaft, immer wieder neu hinzuschauen.
Das Sesshin, an dessen Ende die Zeremonie stattfand, war eine tiefe Erfahrung von Miteinander und Vertrauen, getragen von der Gemeinschaft der Sangha und der Präsenz meines Lehrers. Ein Ankommen in dem, was schon lange im Inneren da war.
Ich freu mich auf das weitere Herzwerden mit meiner Sangha im Kô Getsu An, auf das gemeinsame Wachsen, Sitzen und Schweigen- und darauf, meine Energie in dieses lebendige Feld einzubringen.
„Ist der Meister da?“ – Die Eremiten hoben ihre Faust!
Vom 04.09. – 07.09.2025 fand ein Sesshin mit Christoph Rei Ho Hatlapa und Muhô im To Gen Ji in Steyerberg statt, welches wir, Johanna Ho Ka und Patrick Ho Kai, auf Einladung von Christoph Rei Ho für die Choka Sangha organisiert und geleitet haben. Es war eine Begegnung zweier sehr unterschiedlicher Zen-Meister, sowohl was ihre jeweilige Tradition des Zen betrifft, als auch im Ausdruck und der Vermittlung des einen Dharma. Mit abwechselnden Teishos (Vorträgen) und Mondos (Frage und Antwort), einer kraftvollen Rezitation, dem gemeinsamen Samu und natürlich Zazen, war es ein wirklich tolles und energetisches Sesshin in Rinzai Form.
Die Teishos von Christoph Rei Ho und Muhô könnt Ihr weiter unten anhören.
04.07.2025: Eröffnungsvortrag von Muhô – „Was habe ich in Japan gelernt?“
05.09.2025: Teisho von Christoph Rei Ho Hatlapa „Sage nicht, der Tathāgata hege die Vorstellung, er wolle die Lebewesen zum Ufer der Befreiung bringen.“
06.07.2025: Teisho von Muhô „Shoji“ und „Tenzo kyokun“
07.09.2025: Teisho Christoph Rei Ho Hatlapa „Das ganze Universum in den zehn Richtungen, ist eine leuchtende Perle“
Danke an Christoph Rei Ho und Muhô, dass diese Form des Sesshins möglich wurde und alle, die dabei waren.
Von Donnerstag, den 28. bis Sonntag, den 31. August 2025, fand im Benediktushof nach zwei Jahren zum zweiten Mal die Tagung „Strahlendes Licht – Was Zen-Frauen in die Welt tragen“ statt.
Mit über 90 Teilnehmenden (darunter auch zwei Männer) und Referent*innen aus vielen unterschiedlichen Zen-Linien hörten wir inspirierende Vorträge und kamen in intensiven Austausch über Themen wie Gruppen-Koan-Arbeit, Internal Family Systems (IFS) und Zen in Verbindung mit Natur. Kurz gesagt: In kurzer Zeit entstand ein beeindruckend tiefer Einblick in die Vielfalt der Wege, die Frauen im Zen heute in die Welt tragen.
Auch ich hatte diesmal die Ehre, einen Vortrag zu halten und zwei Workshops durchzuführen zum Thema „Zen und Sensory Awareness“. Es war mir ein Anliegen, die Begründerin der Sensory Awareness, Charlotte Selver (1901–2003), aus dem Verborgenen ins Licht zu holen und ihre wertvolle Arbeit vorzustellen. Charlotte Selver hat in den 1970er Jahren u. a. im San Francisco Zen Center, in Green Gulch und in Tassajara gelehrt. Dort begegnete sie Shunryu Suzuki und arbeitete mit ihm zusammen. Mehr noch: Sie hat seine Arbeit inspiriert – Suzuki empfahl seinen Schüler*innen, darunter Baker Roshi und Yvonne Rand, unbedingt ihre Kurse zu besuchen. Man kann davon ausgehen, dass Charlotte Selver einen wichtigen Einfluss auf den somatischen Ansatz vieler Zen-Schulen in den USA hatte – ein Impuls, der später auch nach Europa getragen wurde.
Umso mehr habe ich mich gefreut, dass auch Tatsudo Nicole Baden Roshi, Dharma-Erbin von Baker Roshi, auf der Tagung sprach und in ihrem Beitrag ebenfalls intensiv auf den „spürenden Körper in einer lebendigen Welt“ einging. Diese Verwandtschaft in unserem Tun hat mich sehr bewegt.
Überhaupt nehme ich eine Fülle feiner Begegnungen mit, aus denen sich sicherlich noch weite Netze spannen lassen. Für mich ist es wichtig, die weibliche Verkörperung des Zen in unserer Zeit sichtbar zu machen – und genau das geschah in dieser Tagung. Besonders genossen habe ich den traditionsübergreifenden, offenen und wertschätzenden Austausch.
Mein Dank gilt Linda Lehrhaupt Roshi und ihren Dharma-Nachfolgerinnen (die sie liebevoll die „Dharma 5“ nennt), die diese besondere Tagung nun schon zum zweiten Mal möglich gemacht haben. Sollte es eine Fortsetzung geben, möchte ich Euch alle ermutigen – ob Frau, Mann oder jenseits davon – daran teilzunehmen.
Johanna Ho Ka
Alle Vorträge werden im Oktober auf der Webseite des Benediktushofs veröffentlicht.
Weitere Infos zu Zen und Sensory Awareness findet Ihr hier…
Ein stilles und herausforderndes Sesshin mit Muhô liegt hinter uns. In diesem Jahr (und wohl auch im nächsten) einen Tag länger als sonst, sind wir bei gefühlten 100° Backofentemperatur gestartet, die sich glücklicherweise über das Wochenende wieder etwas abgekühlt hat. Neben Teilnehmenden aus unserer San Bo Dojo/Kô Getsu An Sangha kamen Leute aus ganz unterschiedlichen Sanghas von verschiedenen Orten der Republik zusammen, um mal wieder ausgiebig Zazen im Antaiji Stil zu üben. Diese Form beinhaltet Phasen von jeweils 45 Minuten Zazen und 15 Minuten Kin Hin. Darüber hinaus gab es wenig vorgegebene Form und so musste die Gruppe zunächst einen gemeinsamen Rhythmus finden, der uns dann jedoch in eine tiefe Stille und Harmonie führte. Muhô´s Teisho vom letzten Sesshin Tag findet Ihr auf unserem YouTube Kanal.
Danke an alle die dabei waren, danke an Johanna Ho Ka und das Kücheteam und natürlich an Muhô, der, sitzend wie ein Berg, uns eine Stütze und Inspiration war.
Am 12.05.2025, passend zum Vollmond und dem diesjährigen Vesakh-Fest, ist ein neuer Mitbewohner im Garten des Kô Getsu An eingezogen. Auf der höchsten Stelle des Geländes tront nun ein „Dai Butsu“ (Großer Buddha) und überblickt das Geschehen und die Praxis der Übenden. Im Vorfeld gab es einiges zu organisieren und vorzubereiten. Für einen stabilen Sitz benötigt der Buddha ein solides Fundament. Für den Transfer von der Straße über eine angrenzende Pferdeweide, bis zum Grundstück des Kô Getsu An, brauchte es einen Radlader und und und…
So wurde bereits in der Woche vorher sowie beim Zen Tag Offene Weite am Tag davor einiges an Samu geleistet, Erde und Schotter bewegt, Pflanzen versetzt, geplant, berechnet und diskutiert.
Pünktlich zu Vesakh wurde der „Dai Butsu“ dann auf einem Hänger geliefert und mit Hilfe eines Freundes und dessen Radlader schwebte der Buddha dann auf dem vorgesehenen Platz ein.
„Wenn ein großer Buddha ankommt, verstummt der Lärm der Welt“ und so verbreitet der Buddha nun eine kraftvolle, harmonische Stille im Garten. Der Garten, das Samu, die Permakultur waren bisher schon Teil der gemeinsamen Praxis und nun manifestiert der Buddha den Garten endgültig als Teil der Zendo.
Am Abend des 12.05.2025 fand im Rahmen des regulären Zen Abends eine Begrüßungszeremonie statt, während der wir den „Dai Butsu“ mit einem großen Gong, dem Singen des Hannya Shingyo (Herz Sutra), Räucherwerk und Reis willkommen heißen konnten.
Wie aus diesem Stein ein Buddha geworden ist, so möge auch unsere Buddha Natur sichtbar werden.
Wie wunderbar, die Erfahrung als Gemeinschaft während unseres Sesshins mit Christoph Rei Hatlapa im Kô Getsu An am vergangenen Wochenende (25.04. – 27.04.2025).
Die neu gestaltete Zendo unterstützte unser Zazen und es gab für alle Gelegenheit zum Dokusan mit Christoph Rei Ho. In seinem Teisho betonte Christoph Rei Ho unsere Allverbundenheit, die wir besonders in der Natur erleben können. „Dort begegnen uns entwickelte Wesen, die uns nicht beurteilen„. Bei schönstem Wetter freute sich auch der Garten des Kô Getsu An über unser Samu. Am Ende des Sesshins nahmen erneut zwei Menschen aus der Sangha Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha. Wir freuen uns, gemeinsam auf dem Weg zu sein 🙂
Vor kurzem hatten wir wieder einmal Besuch in der Einsiedelei klarer Mond. Vom 12.04. – 17.04.2025 war Max von @zen.osteopathy zu Gast im Kô Getsu An.
Max lebt eigentlich mit seiner Freundin Malin in Schweden und beide waren zeitgleich mit uns, im November 2024, in Japan. Malin hatten wir bei Yodo Kono im Beppu Zen-Retreat kennengelernt, während sich Max bei Jiho in einem anderen Tempel in der Nähe aufhielt.
Seine Rückkehr nach Schweden führte Max über unterschiedliche Stationen nun auch im Kô Getsu An vorbei und so konnten wir ein paar schöne gemeinsame Tage mit Zazen und Samu verbringen. Zusammen haben wir im hinteren Teil des Gartens eine neue Treppe angelegt, haben Zazen geübt, gekocht und uns an der Zubereitung von Onigiri versucht. Am Montag Abend konnte Max am Zen-Abend der Zen-Gruppe im Kô Getsu An teilnehmen.
Max schreibt im Gästebuch:
Wir freuen uns über Gäste, die in Einfachheit und Stille einen Ort des Rückzugs, der Klarheit und eine Pause vom Gewohnten suchen.
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