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| Liebe Sangha, vor zwei Tagen sind wir von unserer zweiten Japanreise zurück gekehrt und sind noch voll von den vielen Eindrücken unserer Erfahrungen und auch ein wenig im Jetlag. Gestartet sind wir diesmal in Tokyo und von dort ging es dann nach Kamakura und zum Daibutsu, der 13,8 Meter hohen Buddhastatue aus Bronze. Über den Daibutsu-Hikingtrail ging es zum Engakuji, einem der Haupttempel der Rinzai-Schule. Dort hatten wir uns für ein abendliches Zazenkai angemeldet, wo wir mit 50 Leuten eine Einführung in Zazen bekamen (auf Japanisch 🙂 und gemeinsam das Herz-Sutra rezitiert haben. Auf den Spuren von Hakuin ging es weiter in Richtung Mt. Fuji. Irgendwo im Nirgendwo, genannt Hara, sind wir ausgestiegen, um den Tempel und das Grab von Meister Hakuin zu besuchen. Wirkte irgendwie alles ziemlich in Renovierung. Nach einem kurzen Spaziergang zur Suraga Bucht ging’s dann weiter mit dem Zug bis Kambara – einem kleinen Dorf an der Tokaido Straße, mit vielen alten Häusern aus der Edo Zeit, zwischen Shizuoka und dem Industriegebiet von Fuji-Stadt. |
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| Der Mt. Fuji ist ja bekannt dafür, ein wenig schüchtern zu sein und so bekamen wir ihn erst nach fast einer Woche zu Gesicht, aber dann in vollen Pracht, bei schönstem Wetter und sogar ohne Wolkenkrone. Auf Einladung unserer Dharma Schwester, Julia Orin, durften wir danach zwei Tage im Sogenji Tempel von Shodo Harada Roshi in Okayama verbringen. Es war eine eindrückliche Erfahrung, die wir wohl noch einige Zeit verdauen müssen und sicherlich noch oft davon erzählen werden. Der Tempel ist ein ganz besonderer Ort, an dem internationale Zen Männer und Frauen praktizieren. Der Tagesablauf beginnt früh und ist, auch an normalen Tagen, lang und durchaus herausfordernd. Dazu wird dort einmal im Monat ein O-Sesshin (großes Sesshin, sieben Tage) und ein Ko-Sesshin (kleines Sesshin, drei Tage) praktiziert. Wir haben dort bei Morgen- und Nachttemperaturen von 1° Zazen geübt und auch geschlafen. Am Tag wurde es beim Samu dann aber auch ordentlich heiß. Die Abläufe der Zen Routine sind schnell und sehr dynamisch und so konnten/mussten wir tatsächlich stark mit unserem Anfänger-Geist arbeiten, was eine sehr gute Übung war. |
Von Okayama aus ging es mit dem Shinkanzen für einige Tage nach Nagasaki, wo wir den Friedenspark besuchten und auch einer Einladung in den Kotaiji folgten. Dort waren wir mit Jesse Reiho Haasch verabredet, einem gebürtigen US Amerikaner, hat aber auch längere Zeit in der Schweiz gelebt und im Dojo Zürich praktiziert hat. Nach nunmehr zwölf Jahren in Japan ist er mittlerweile einer der Lehrer in diesem Ausbildungtempel der Soto Schule. Nach einer Schale Tee zur Begrüßung hat er sich viel Zeit genommen und uns die gesamte Tempelanlage gezeigt, die übrigens auch einen Kindergarten beherbergt. Die freundliche Aufnahme und der herzliche Kontakt erfüllt uns mit grosser Dankbarkeit. Über ein wunderbares Onsen Dorf mit dem bezeichnenden Namen Unzen, setzen wir dann mit der Fähre über nach Kumamoto, wo wir noch einmal in das Leben einer Hafenstadt eingetaucht sind, die sich nach einem schweren Erdbeben im Jahr 2016 noch einmal neu erfindet. Im Suizenji Park wurden wir Zeuge, wie in Gemeinschaft Samu beim Reinigen eines größeren Teiches geübt wurde. Schließlich konnten wir dann noch einmal fünf Tage im Beppu Zen Retreat bei Yodo Kono verbringen. Dort waren wir bereits zum zweiten Mal. Yodo ist Rinzai Zen Mönch und leitet einen kleinen Familientempel in einem Vorort von Beppu auf Kyushu. Er betreibt hier neben seinen Tempel Aufgaben für die Gemeinde ein kleines Retreat Zentrum mit zwei Gästehäusern. Er bietet ein sehr einfaches, aber gut funktionierendes Programm für überwiegend junge Gäste aus der ganzen Welt an. Morgens Zazen, gemeinsames Frühstück (Reissuppe), gemeinsames Samu (z.B. Tempelcleaning oder Krauten), gemeinsames Zubereiten des Mittagessens und Abendessens (japanische Familienküche unter Anleitung von Yodo), zusammen essen, Fragen stellen und Yodo zuhören. Es geht um erste Erfahrungen mit Zen, aber auch um japanische und lokale Kultur. Die Nachmittage sind frei zur Entdeckung der Gegend oder ein Bad in den zahlreichen heißen Quellen. Ab und zu machen Yodos Frau Keiko und seine Mutter weitere Angebote für die Gäste wie Teilnahme an einer Teezeremonie oder Kalligraphiekurs. Die Einfachheit dieses Angebotes ist einfach umwerfend und inspirierend. Yodos Großvater war übrigens ein guter Freund unseres Dharma-Großvaters Oi Saidan. Die letzen zwei Tage unserer Reise verbrachten wir schließlich noch einmal in Tokyo. Dort konnten wir die volle Pracht der diesjährigen Kirschblüte „Sakura“ bestaunen, bevor wir dann über das Nordpolarmeer wieder nach Hause geflogen wurden. |
| Wir hoffen, unser kleiner Reisebericht hat Euch gefallen?! 😀 |
Veröffentlicht am 1. April 2026

